Was passiert, wenn Profis Spitzenweine verkosten – ohne zu wissen, was im Glas ist?
Eine Blindverkostung zeigt: Ohne Marke, Herkunft und Story verliert selbst Spitzenwein seine Orientierung.
Drei international ausgezeichnete Spitzenweine.
Eine Runde aus erfahrenen Verkostern – vom Sommelier-Ausbildner über einen Spitzengastronomen bis hin zu einer langjährigen Mitarbeiterin des österreichischen Weinmarketings.
Und eine einfache Aufgabe: Herkunft, Rebsorte und Preis einschätzen – ohne jegliche Hinweise.
Das Ergebnis stellt zentrale Annahmen der Weinwelt infrage.
Expertenrunde trifft auf Blindverkostung
An der Verkostung nahmen Vertreter unterschiedlicher Perspektiven teil:
Ein Ausbildner für Sommeliers, eine Expertin des Österreichischen Weinmarketings, ein Exportmanager eines renommierten Weinguts, ein erfolgreicher Gastronom, eine ausgebildete Sommelière sowie ein passionierter Weinliebhaber.
Also genau jene Menschen, von denen man erwarten würde, dass sie Wein präzise einordnen können.
Doch genau das erwies sich als überraschend schwierig.

„Hat Griechenland eine Chance gegen Frankreich?“
Der Ausgangspunkt der Untersuchung war bewusst einfach – und zugleich grundlegend.
„Wir wollten wissen: Ist die Herkunft eines Weines wirklich erkennbar?
Hat ein Wein aus Griechenland eine Chance gegen etablierte Herkunftsländer wie Frankreich oder Australien – wenn niemand weiß, was im Glas ist?“
Herkunft und Rebsorte: kaum treffsicher
Die drei verkosteten Weine stammten tatsächlich aus:
Griechenland
Australien
Frankreich
In der Blindverkostung wurden sie jedoch völlig anders eingeordnet – von Spanien bis Österreich.
Auch bei den Rebsorten zeigte sich ein ähnliches Bild:
Statt Syrah/Shiraz wurden häufig Cabernet Sauvignon, Pinot Noir oder Blaufränkisch vermutet.
Die Erkenntnis ist eindeutig: Ohne Kontext fehlt selbst Experten die Orientierung.
Der Preis: weit entfernt von der Realität
Die tatsächlichen Verkaufspreise lagen bei rund:
55 Euro | 75 Euro | 129 Euro
Die Schätzungen lagen oft deutlich darunter – teilweise bei nur 12 Euro.
„Wir überschätzen unsere Fähigkeit, Wein objektiv zu bewerten“
Mitten in der Auswertung wurde eine zweite, grundsätzliche Erkenntnis klar:
„Wir überschätzen unsere Fähigkeit, Wein objektiv zu bewerten.
Ohne Marke, Herkunft und visuelle Anker fehlt selbst Profis die Grundlage für eine verlässliche Einordnung.“
Spitzenweine – aber nicht als solche erkannt
Alle drei Weine gehören objektiv zur Kategorie Premium.
Und dennoch wurden sie ohne Kontext nicht eindeutig als solche erkannt.
Qualität allein reicht nicht, um wahrgenommen zu werden.
Die Wende: Als die Flaschen sichtbar wurden
Erst als die Flaschen gezeigt wurden, änderte sich das Bild. Die Verkoster konnten die Weine zu rund 85 % korrekt zuordnen.
Marke schlägt Blindverkostung
Die Ergebnisse zeigen: Wein wird nicht nur geschmeckt – sondern interpretiert. Und diese Interpretation entsteht durch:
Marke | Design | Herkunft | Story
Fazit
Die Blindverkostung liefert eine klare Botschaft:
Der Wert eines Produktes entsteht nicht allein durch seine Qualität.
Oder anders gesagt:
Der Wein ist das Fundament – aber die Marke macht ihn erkennbar.
Jede Marke beginnt mit einem Gespräch.
Ob erste Idee oder konkretes Vorhaben — wir nehmen uns Zeit. Ruf uns an oder schreib uns. Wir freuen uns darauf.


